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Wenn es einen "Überflieger"-Film zu nennen gibt,
der sogar zum kommerziellen Erfolg aufsteigen konnte (an Miramax
verkauft) und als ein führender Mitbewerber für Festivalpreise
gilt, dann ist dies Dänemarks Italien for Beginners. Schließlich
hat er auch den Silbernen Bären als Preis der Jury gewonnen.
Die
Skandinavier betrachten Berlin im Hinblick auf Amerika als simplen
Sprung über die Nordsee und ihre kombinierte Präsenz auf
dem European Film Market - mit Standplätzen für Dänemark,
Schweden, Norwegen, Finnland und Island - zeigt, dass sie zu den
beliebtesten Aufenthaltsbereichen auf dem Market geworden sind.
Dänemark
entwickelt sich dank seiner eng strukturierten Filmindustrie und
dem Wachstum von Zentropa Entertainment zu einem Schlüsselland
der Filmproduktion im skandinavischen Raum. Zentropa produziert
derzeit nicht nur seine eigenen Filme, sondern verkauft diese auch
durch seinen eigenen Verkaufsarm Trust Film Sales. Seit dem Beginn
der Erfolgswelle des Dogma-Films 1997 ist jede europäische,
amerikanische und asiatische Firma bestrebt, ein Bündnis mit
Zentropa einzugehen.
Wie
auch immer, das Panorama und das Forum bieten einen neuartigen faszinierenden
Blick auf das gegenwärtige skandinavische Kino, welches sich
einem Wandel unterzogen hat, nachdem unterschiedliche Stimmen nach
Veränderung gerufen haben. Die Seele des skandinavischen Kinos
war bisher nur von der langen Ära Ingmar Bergmanns geprägt.
Heutzutage sind die Regisseure anders gesinnt. Der finnische Regisseur
Olli Aarela beispielsweise, zeigt mit Bad Luck Love einen heißblütigen
Film, der ganz neue Verhaltensmuster in Punkto Liebe auf dem Bildschirm
projiziert. Der Film wird im Panorama-Programm gezeigt und ist eine
Satire auf die weiße Armenbevölkerung, die in den Vororten
Helsinkis lebt.
Der
schwedische Regisseur Kjell-Ake Andersson präsentiert bereits
seinen dritten Film im Panorama-Pogramm. Familiy Secrets erzählt
die warme, menschliche Komödie einer glücklichen Familie,
die Angst vor dem Zerfall der Familienharmonie hat. Andersson zeigt
einen hervorragenden Spürsinn im Umgang mit den Diskrepanzen
zwischen menschlichem Verhalten, den Widerspruch zwischen Kopf und
Herz.
Finnland
präsentiert sich weitesgehend im Forumer Programm. Der erste
der beiden Filme aus Finnland ist Maa (Das Land) von Veikko Aaltonen,
ein Dokumentation über die Umwälzung der finnischen Landwirtschaft
und des Landlebens seit Finnland in die europäische Union eingetreten
ist. Der Film zeigt die verschiedenen Vor-und Nachteile der fortschreitenden
Bemühungen um einheitliche Richtlinien in Europa und der damit
verbundenen politischen und wirtschaftlichen Beschlüsse auf.
Der andere Film heißt Klassiko, steht unter der Regie von
Kari Vaanansen und wurde produziert von Aki Kaurismaki's Firma Sputnik
Oy. Er wird in der Mitternachtsvorführung ausgestrahlt und
erzählt die Geschichte eines Autors, der eine falsches Tagebuch
über seine ersten hochkämpfenden Jahre seiner Autorenkarriere
schreibt.
Die
schwedische Regisseurin Geir Hansteen Jorgensen präsentiert
ihren neuesten Film The New Country im Berliner Forum. Der Film
erzählt eine soziale Fabel über einen afrikanischen Teenager
und einen Iraner mittleren Alters; beide Flüchtlinge, die Asyl
in Schweden suchen. Sie brechen aus ihrem Flüchtlingslager
aus und treffen auf ein junges schwedisches Mädchen, mit dem
sie eine fantastische Reise durch Schweden starten.
Finnland
wird durch den Film The South repräsentiert, eine romantische
Komödie über Liebe, Kriminalität und Urlaub in der
Sonne, die unter der Regie von Aleksi Makela steht. Der zweite finnländische
Film ist Tango Cabaret, eine wundervolle musikalische Geschichte
unter der Regie von Pekka Lehto.
Skandinavier
waren kontinuirlich in allem Programmenteilen der Berlinale wiederzufinden,
sie haben sogar alle paar Jahre einen großen Preis gewonnen.
Seit die Filmindustrie ein weitreichendes Publikum erobert hat,
befinden sich die Skandinavier unter den stabilsten Filmemachern
in der Industrie Europas.
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